Stand: 24. Juni 2011

Seit einigen Wochen breitet sich in Deutschland - vornehmlich in Norddeutschland - eine Infektionskrankheit aus, die mit Übelkeit, Erbrechen und vor allem Durchfall einhergeht.

Die Medien haben diese Infektionskrankheit “EHEC” oder “HUS” getauft.

 

Bringen wir mal etwas Ordnung in dieses Wirrwar:

“EHEC” ist die Abkürzung für den Erreger dieser Infektion: entero-haemolytischer Escherichia Coli.
Dabei ist Escherichia coli der Name des Erregers. Die beiden Adjektive bedeuten übersetzt soviel wie: “im Darm aktiv und Blutzellen zerstörend”.

“HUS” steht als Abkürzung für ein Syndrom, das durch die Infektion mit “EHEC” hervorgerufen werden kann:
das haemolytisch-uraemische Syndrom. Dieses wiederum bedeutet übersetzt, das durch die Infektion Blutzellen und Nierenzellen zerstört werden können.

Damit finden sich in den beiden Namen schon zwei der größten Probleme, die diese Erkrankung mit sich bringen kann: blutigen Durchfall und schwere (z.T. bleibende) Nierenschäden.

Wie kommt man an diese Infektion? Nun, Escherichia coli (oder E. coli, wie der abkürzungsfreudige Mediziner sagt) ist ein bei jedem Menschen vorkommender Darmkeim. Er wohnt im Darm und hilft uns bei der Verdauung - und wird mit dem Stuhl ausgeschieden.
Wie in jeder guten Familie gibt es aber auch bei den “Coli’s” schwarze Schafe. Es ist hier die Unterart “EHEC”. Sie kommt normalerweise nicht im menschlichen Darm vor, sondern bevölkert vor allem Rinder-, Ziegen- und Schafsdärme. Die können auch besser mit ihm umgehen, als wir Menschen - was am unterschiedlichen Verdauungstrakt liegt. Schließlich ist der Mensch kein Wiederkäuer!

Über tierische Ausscheidungsprodukte kann dieser Keim also auf unsere Nahrung gelangen (z.B. Salat, Gurken, Tomaten, Sprossen usw.). Und was nun?

Das wichtigste ist, jegliche Rohkost vor der Verarbeitung oder vor dem Essen zu WASCHEN!!!
Das senkt schon mal die Keimlast. Ganz sauber bekommen Sie das Gemüse natürlich nie. Daher sollte man das Gemüse schälen oder pellen UND KOCHEN. Erhitzen ist die einzige Möglichkeit, “EHEC” zu vernichten: mindesten zwei Minuten über 70°C. Kühlen, Einfrieren, im Wasser ertränken oder ähnliches wird nichts bringen - EHEC ist zäher, als Sie denken! Also: nur ausreichend erhitzte Nahrung ist EHEC-sicher.

Wir haben ein kleines Informationsblatt zusammengestellt, das Sie sich hier herunterladen können.

Nicht vergessen: wenn man einfachste Hygiene-Regeln beachtet, hat “EHEC” keine Chance!
Ich habe übrigens gestern noch Salat gegessen...